WISAG und Phlair gehen Technologiepartnerschaft ein
Die WISAG, eines der führenden Multi-Dienstleistungsunternehmen in Deutschland, geht eine Technologiepartnerschaft mit Phlair, einem Münchner Direct-Air-Capture-Unternehmen, ein und unterstützt ein Leuchtturmprojekt zur dauerhaften Speicherung unvermeidbarer CO₂-Emissionen. Damit positioniert sich die WISAG als innovatives und technologieoffenes Unternehmen, das sich frühzeitig und vorausschauend mit relevanten Zukunftstechnologien auseinandersetzt.
Direct Air Capture (DAC) spielt eine zentrale Rolle bei der Entfernung von Restemissionen, die sich auch langfristig nicht reduzieren oder vermeiden lassen. Der Weltklimarat (IPCC) geht davon aus, dass bis 2050 jährlich rund 10 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) CO2 aus der Atmosphäre entfernt werden müssen, um das 1,5-°C-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen. Gerade in dienstleistungsintensiven Branchen ist ein Teil der Emissionen nur schwer vollständig zu vermeiden. Genau dort setzt Direct Air Capture als Carbon Dioxide Removal (CDR)-Technologie an.
Bei dem von der WISAG geförderten Leuchtturmprojekt handelt es sich um Phlairs erste Demonstrationsanlage in Deutschland, deren Funktionsweise auf einem mehrstufigen Prozess zur Abscheidung von CO2 aus der Umgebungsluft basiert. Im Rahmen der ab dem 1. Juli 2027 beginnenden Technologiepartnerschaft verfolgt die WISAG das Ziel, frühzeitig Technologiekompetenz aufzubauen und Erfahrungen im Umgang mit innovativen Lösungen zu sammeln. Detaillierte Informationen zu dem Projekt werden seitens Phlair Ende des Jahres bekanntgegeben.
Projekt ist Teil der ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie der WISAG
Mit der Beteiligung an dem Leuchtturmprojekt unterstreicht die WISAG ihr Engagement für eine lebenswerte Zukunft: Nachhaltigkeit ist als erste von vier Säulen in der Vision 2030 verankert und wird im Rahmen der ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie aktiv vorangetrieben. Das werteorientiere Familienunternehmen verfolgt unter anderem das Ziel, seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um 90 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr 2022 zu reduzieren.
Gemäß dem Grundsatz „Vermeidung und Reduktion vor Kompensation“ ergreift die WISAG hierfür verschiedene Maßnahmen. Dazu zählen der Betrieb von drei eigenen Windenergieanlagen sowie aktuell vier Photovoltaikanlagen, über die die eigene Energieversorgungsgesellschaft derzeit mehr Ökostrom produziert (2025: ca. 27,6 GWh) als an den Niederlassungen in Deutschland verbraucht wird. Über ein Drittel dieses Stroms nutzt die WISAG selbst, während überschüssiger Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird. Ergänzend dazu setzt das Unternehmen auf die sukzessive Elektrifizierung des Fuhrparks bis 2030 (ausgenommen Sonderfahrzeuge ohne bis dahin verfügbare Alternative am Markt). Emissionen, die sich bis 2030 nicht vermeiden oder reduzieren lassen, werden aktuell durch zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen.
Aufbau von technologischer Kompetenz als strategischer Schwerpunkt
Mit dem gezielten Aufbau von Technologiekompetenz im Rahmen der Beteiligung an dem Leuchtturmprojekt von Phlair stellt die WISAG sicher, potenzielle Lösungen zum Ausgleich unvermeidbarer CO2-Emissionen bereits heute vorausschauend und sorgfältig zu evaluieren – und gleichzeitig die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Scope-1- und Scope-2-Emissionen weiter voranzutreiben.
“Besonders interessant an dem Projekt mit Phlair ist für uns, dass es an der Schnittstelle zwischen ökologischer Transformation und Technologiefortschritt ansetzt. Damit zahlt es vollumfänglich auf unsere ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie ein, mit der wir als werteorientiertes Familienunternehmen einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft heutiger und kommender Generationen leisten möchten. Unser Ziel ist es, durch die Beteiligung an dem Projekt und die enge Zusammenarbeit mit Phlair wesentliche wirtschaftliche und technologische Erkenntnisse zum sinnvollen Umgang mit unvermeidbaren CO2-Emissionen zu gewinnen”, sagt Michael C. Wisser, Vorstand der WISAG Unternehmensgruppe.
Für Phlair ist die Partnerschaft ein Signal, dass auch Unternehmen aus der Dienstleistungsbranche bereit sind, technologische CO2-Entfernung als potenziell festen Bestandteil ihrer Emissionsstrategie zu etablieren. Malte Feucht, CEO von Phlair, dazu: „CDR ist vereinfacht ausgedrückt Müllentsorgung bzw. Reinigung der Atmosphäre. Dass ein Multi-Dienstleistungsunternehmen wie die WISAG, deren Wurzeln im Bereich Gebäudereinigung liegen, jetzt auch anfängt, die eigenen Emissionen permanent und innovativ mittels DAC zu adressieren, ist mehr als nur eine schöne Analogie. Es zeigt, dass ein inhabergeführtes, langfristig denkendes und agierendes Unternehmen bereits heute den Grundstein für eine erfolgreiche Emissionsstrategie legt und dabei zuerst die Technologie durchdringt, statt sich allein auf Zertifikate zu verlassen. Als Schwabe denke ich dabei natürlich an die Kehrwoche: die wöchentliche Pflicht, vor der eigenen Tür für Ordnung zu sorgen. Die WISAG macht das jetzt für die Atmosphäre.“
Über Phlair:
Phlair revolutioniert die dauerhafte CO2-Entfernung. Mit seiner einzigartigen, auf einem Hydrolyzer basierenden Direct-Air-Capture-Technologie (DAC) ermöglicht Phlair die CO2-Abscheidung aus der Umgebungsluft – skalierbar und kostengünstig. Das abgeschiedene CO2 wird dauerhaft gespeichert oder für CO2-negative Chemikalien verwendet. Das in München ansässige Unternehmen betreut führende Kunden im Bereich der CO2-Entfernung, darunter Google, McKinsey, JPMorgan Chase, Shopify, Stripe, H&M und Deep Sky.
Außenansicht von Phlairs DAC-Pilotanlage in Ismaning, Bayern. Copyright: David Klein für Phlair.
Blick in den Technikraum von Phlairs DAC-Pilotanlage in Kanada. Copyright: Phlair.