Gesellschaftliche Verantwortung
Als Familienunternehmen übernimmt die WISAG Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Dazu gehört die Förderung des Nachwuchses. Daher haben wir 2010 mehr als 123 Auszubildende neu eingestellt. Wenn sich ein Jugendlicher für einen Berufsstart bei der WISAG interessiert, wird er angesichts der Vielfalt an Berufen sicherlich eine Lehre entdecken, für die er sich begeistern kann. Für Abiturienten bieten wir Qualifikationsmöglichkeiten im Rahmen einer Ausbildung an der Dualen Hochschule und Studienabsolventen bekommen in einem zweijährigen Traineeprogramm einen umfassenden Einblick in das Spektrum des Facility Managements.
Bei der WISAG erbringen Menschen Dienstleistungen. Wir fertigen und verkaufen keine klassischen realen oder virtuellen Produkte. Im Mittelpunkt steht für uns der Mensch – und das ist kein Schlagwort, sondern täglich gelebte Wirklichkeit. Als Familienunternehmen zählt für uns der nachhaltige Erfolg. Wir wissen, dass wir verantwortungsvoll und überlegt handeln müssen, um Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen und um nachhaltig zu wirtschaften. Wir stellen uns dieser Aufgabe mit Freude und Einsatz.
Ein Unternehmen, das wie die WISAG mehrere zehntausend Mitarbeiter beschäftigt, trägt darüber hinaus eine besondere Verantwortung. Dazu gehört eine angemessene Bezahlung. Seit langem engagieren wir uns für tarifliche Mindestlöhne in Branchen, in denen heute Löhne bezahlt werden, die für den Lebensunterhalt einer Familie nicht ausreichen. Dieses niedrige Lohnniveau hat mehrere Ursachen. Unternehmen aber auch öffentliche Einrichtungen erwarten, dass Dienstleistungen zu geringstmöglichen Kosten erbracht werden und entscheiden bei Ausschreibungen oft ausschließlich über den Preis. Das Nachsehen haben diejenigen, die die Arbeit verrichten müssen. Oft fehlt hier schlichtweg die Anerkennung einfacher Tätigkeiten, ohne die unsere Gesellschaft jedoch nicht funktionieren würde. Niedrige Löhne sind nicht etwa die Folge geringer Produktivität der Beschäftigten, sondern zeigen die geringe Wertschätzung der Gesellschaft. Dies entspricht nicht dem Wesen einer sozialen Marktwirtschaft, die auf Solidarität basiert und darf in einem entwickelten Gemeinwesen wie der Bundesrepublik Deutschland, die sich in ihrer Verfassung eben genau dieser sozialen Marktwirtschaft verschrieben hat, nicht vorkommen.
Schon die oben genannten Aspekte sind starke Argumente für einen tariflichen oder gesetzlichen Mindestlohn. Doch 2011 wird sich die Situation weiter verschärfen. Eine Grundfreiheit in der Europäischen Union ist die Dienstleistungsfreiheit: Jeder EU- Betrieb kann Dienstleistungen in jedem EU-Land zu seinen Heimatkonditionen anbieten – es sei denn, es existiert im Zielland ein durch das Entsendegesetz bestimmter tariflicher oder gesetzlicher Mindestlohn. In der Öffentlichkeit wurden die Auswirkungen dieser Regelung diskutiert, als die EU-Osterweiterung anstand und Unternehmen und Gewerkschaften in den westlichen Ländern befürchteten, dass Billigarbeitskräfte einen ruinösen Preis- und Lohndumpingwettbewerb in Gang setzen würden. Für eine Übergangszeit von sieben Jahren setzten die Regierungen daher die Arbeitnehmerfreizügigkeit für Arbeitskräfte aus Osteuropa aus. Im April 2011 läuft diese Frist aus und es ist damit zu rechnen, dass osteuropäische Betriebe dann auch hierzulande Dienstleistungen zu ihren Heimatkonditionen anbieten. Existieren bis dahin keine gesetzlichen Mindestlöhne oder Branchenmindestlöhne, so führt dies zu einer drastischen Wettbewerbsverzerrung und zum Verlust von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in Deutschland. Die WISAG setzt sich daher vehement für Mindestlöhne ein – damit unsere Mitarbeiter auch künftig einen sicheren Arbeitsplatz mit fairer Bezahlung haben.

